Die 5 Phasen einer Beziehung - Auch die wahre Liebe ist nicht konfliktfrei

Wer sehnt sich nicht danach, eine glückliche Beziehung zu führen?

Doch was ist eine glückliche Beziehung eigentlich? 

Viele Menschen glauben leider immer noch, dass Liebe alleine ausreicht, um eine glückliche Beziehung zu führen. 

Doch bis sich Liebe überhaupt zwischen zwei Menschen entwickeln kann, bedarf es ein wenig Zeit - und Arbeit.

Heutzutage werfen viele Menschen zu früh das Handtuch, indem sie bei auftretenden Konflikten direkt das Weite suchen. Streit in der Beziehung ist vollkommen normal und gehören nun einmal dazu.

Viele dieser Konflikte sind essenziell für das Wachstum einer Beziehung - wie das 5-Phasen-Modell einer Partnerschaft von Roland Weberhart besagt.

Die 5 Phasen einer Beziehung

Jede Beziehung ist individuell, allerdings haben sie dennoch in der Regel eine Gemeinsamkeit:

"Die 5 Phasen einer Beziehung" 

Denn laut dem Paartherapeut Roland Weberhart durchläuft jede Partnerschaft fünf Phasen, und zwar immer in derselben Reihenfolge.

Jeder dieser Veränderungsprozesse zeichnet sich durch spezielle Merkmale aus und kann auch nicht übersprungen werden. Nicht immer sind die Phasen leicht, denn oftmals bringen sie Schwierigkeiten und Hürden mit sich.

Allerdings lässt sich sagen, dass die Liebe generell mit jedem Abschnitt zunimmt und deutlich intensiver wird. 

Wer die letzte Phase erreicht, findet sich in der vertrautesten Beziehungsebene wieder.

Leider schafft es nicht jede Beziehung in die fünfte und somit letzte Phase

Die Gründe hierfür sind unterschiedlich, denn nicht immer ist schwindende Liebe der Auslöser für eine Trennung.

In manchen Fällen ist die Beziehung zum Scheitern verurteilt, wie zum Beispiel eine Beziehung ohne Vertrauen und Respekt.

Einige Menschen sind hingegen lange Zeit unglücklich in der Beziehung, weil sie mit sich selbst unzufrieden sind.

Ebenso können Konflikte durch 10 neue Beziehungskiller oder Verlustangst in der Beziehung auftreten.

Die möglichen Gründe für ein frühzeitiges Beziehungsende sind äußerst vielfältig.

Was viele jedoch nicht wissen, ist, dass in einer Beziehung oftmals Schwierigkeiten auftreten, die auf bestimmte Beziehungsphasen zurückzuführen sind.

Diese sind laut Roland Weberhart typisch und treten in fast jeder Beziehung (mehr oder weniger) auf.

Du kannst die auftretenden Probleme zwar nicht von Grund auf vermeiden, aber wesentlich besser lösen, wenn du über deren Ursprung Bescheid weißt.

Genau deshalb ist es wichtig, dass du mit den unterschiedlichen Beziehungsphasen vertraut bist. 

Du wirst sehen, dass du mit diesem Wissen nicht nur dich, sondern auch deinen Partner und das Wachstum eurer Beziehung besser verstehen wirst.

#1.Verliebtheit - Auf Wolke sieben schweben

Beziehung

Du kannst dich mit Sicherheit noch an deine erste große Liebe erinnern, oder?

Das erste Mal das Gefühl, Schmetterlinge im Bauch zu haben und die Welt durch die rosarote Brille zu sehen.

Alles dreht sich nur noch um den Partner, du möchtest am liebsten die ganze Zeit bei ihm sein und vergisst alles um dich herum.

Ein schönes Gefühl, oder?

Während man auf Wolke sieben schwebt, ist man regelrecht blind vor Liebe

Die Welt erscheint plötzlich in einem anderen Licht und alles um dich herum ist einfach nur unfassbar schön.

Du blendest all das Negative aus - so auch die Schattenseiten und Fehler deines Partners.

Vielmehr siehst du deinen Partner in dieser Zeit als vollkommen an, er ist einfach nur perfekt in deinen Augen.

Ist dein Partner in dich verliebt, empfindet er genau dasselbe - alles harmoniert und geht ganz einfach von der Hand, als hätte es das Schicksal einfach so gewollt.

Aller Anfang ist schön ...

Denk noch einmal zurück an die Anfangsphase deiner Beziehung und du wirst feststellen, dass du dich stets von deiner besten Seite zeigen wolltest.

Es war dir mit Sicherheit unglaublich wichtig, deinen Partner zu beeindrucken.

Dementsprechend hast du wahrscheinlich alles in Bewegung gesetzt, um deinem Partner zu imponieren und ihn glücklich zu machen.

Damit dir das gelingt, hast du dich stets von deiner "Schokoladenseite" gezeigt.

Ebenso ist es auch deinem Partner ergangen, immerhin war er ja mit dir gemeinsam in der Verliebtheitsphase.

Im Grunde genommen habt ihr beide euer bestes gegeben, um euch so glücklich wie möglich zu machen, und das Verliebtsein in allen Zügen genossen.

Falls du schon einmal in einer längeren Beziehung warst (oder gerade bist), hast du dich sicherlich schon einmal gefragt, warum deine Beziehung nicht mehr so ist wie zu Beginn.

Die kleinen Aufmerksamkeiten werden weniger und dein Partner verbringt nicht mehr Stunden vor dem Spiegel, ehe ihr euch trefft.

Du findest plötzlich seine Hobbys nicht mehr ganz so beeindruckend und machst stattdessen lieber etwas anderes.

Vielleicht vermisst du auch die Schmetterlinge und fragst dich, wo sie sich nun verstecken.

Auf all diese Fragen gibt es eine logische Antwort:

Denn die Verbliebtheitsphase ist begrenzt und endet meist nach drei bis 18 Monaten

Das Kribbeln und die anfängliche Aufregung sind zwar unglaublich schön, aber letztendlich nur eine Phase.

Denn die Verliebtheit ist kein dauerhafter Zustand, zum Glück!

Denn seien wir uns ehrlich: "Wer möchte schon sein Leben lang mit einer rosaroten Brille durch das Leben gehen?"

Es ist doch viel schöner, das Leben und somit auch den Partner so zu sehen, wie er wirklich ist, oder nicht?

#2.Zurück in die Realität

Beziehung

Wie du mit Sicherheit weißt, vergeht das Kribbeln irgendwann und auch die Schmetterlinge im Bauch werden immer weniger.

Die Verliebtheit schwindet langsam und auch der Blick durch die rosarote Brille verblasst.

Man könnte sagen, dass man langsam wieder zurück in die Realität findet.

Du siehst die Dinge nun wieder, wie sie tatsächlich sind - so auch deinen Partner.

Während er in der Verliebtheitsphase noch perfekt und fehlerfrei war, findest du nun immer mehr Makel an ihm.

Ob Verhaltensmuster, seine Freunde oder sein Kleidungsstil - dir fallen nun vermehrt Dinge auf, die dir nicht so gut gefallen.

Dementsprechend beginnst du, deinen Partner und sein Verhalten genau unter die Lupe zu nehmen. Doch statt der vielen Gemeinsamkeiten fallen dir nun immer mehr Unterschiede auf.

Und plötzlich ist alles anders

Diese Differenzen führen oftmals zu Konflikten und zu Streitigkeiten.

Sowohl du als auch dein Partner üben nun vermehrt Kritik aus, weshalb Streitigkeiten quasi unumgänglich sind.

Vielleicht tritt womöglich auch die Angst vor einer Beziehung in den Vordergrund, da man nicht nur das Verbindende, sondern auch das Trennende erkennt.

Hinzu kommt der Irrglaube, dass das Schwinden vom Verliebtsein das Aus der Gefühle bedeutet.

Es ist daher nicht verwunderlich, dass viele Beziehungen bereits in dieser Phase scheitern

Das ist natürlich schade, denn die Betroffenen nehmen sich dadurch die Chance, sich richtig kennenzulernen.

Denn erst nachdem die rosarote Brille abgesetzt ist, lernt man sich richtig kennen.

Und ob man wirklich zusammenpasst, weiß man laut Experten ohnehin erst nach einigen Jahren.

Bedauerlicherweise ist vielen Menschen unbewusst, dass Liebe nicht gleich Verliebtsein ist.

Während die Schmetterlinge im Bauch abrupt auftreten können, benötigt Liebe Raum und Zeit, um zu wachsen. Und solange die Verliebtheit im Vordergrund steht, ist noch kein Platz für Liebe.

Diese kann sich erst danach entwickeln.

Um deinen Partner wirklich lieben zu können, musst du ihn natürlich kennen.

Und richtig kennenlernen kannst du deinen Traumpartner nur, wenn du ihn so siehst, wie er ist.

Das bedeutet, dass die rosarote Brille abgesetzt werden muss.

Verliebtheit ist zwar ein schönes Gefühl und es ist vollkommen okay, die Schmetterlinge im Bauch zu vermissen.

Doch behalte stets im Vorderkopf:

Das Schwinden der Verliebtheit schafft Platz für die Liebe

#3.Ist er es wirklich?! - Konflikte in der Beziehung

Beziehung

Die Verliebtheit ist weg, du hast dich jedoch nicht davon unterkriegen lassen?

Gratulation, du bist nun in der dritten Phase angelangt!

Doch freue dich nicht zu früh, denn die frisch entflammte Liebe wird nun erst so richtig auf die Probe gestellt.

Denn dieser Abschnitt zeichnet sich oft durch Streit in der Beziehung aus.

Jeder Partner möchte recht haben und "die Hosen anhaben". Es ist daher nicht verwunderlich, dass nun Macht- und Revierkämpfe an der Tagesordnung stehen.

Die Grenzen werden ausgetestet, um zu sehen, wie weit man gehen kann.

Das ist natürlich kein wünschenswertes Verhalten, allerdings vollkommen typisch für diese Beziehungsphase.

Was passiert nun?

Viele Personen sind in dieser Phase unglücklich in der Beziehung und Trennungsgedanken treten immer mehr in den Vordergrund.

Auch die Angst vor einer Beziehung kann nun erdrückend wirken.

Nicht selten kommt es vor, dass Paare sich plötzlich in einer On/Off-Beziehung wiederfinden oder sogar das endgültige Beziehungsende ausgesprochen wird.

Verständlich, denn diese Phase ist mit Sicherheit nicht leicht und erfordert von beiden Beteiligten Einsatz und Durchhaltevermögen.

Ebenso wird es schwierig, eine Beziehung ohne Vertrauen wieder zurechtzurücken.

Allerdings ist alles machbar, sofern beide Parteien bereit dazu sind, die notwendige Arbeit zu investieren.

Statt die Flinte ins Korn zu werfen und wütend auf deinen Partner zu sein, frage dich lieber "Wie rette ich meine Beziehung?".

Vergiss nicht, dass dein Partner dieselbe Phase durchlebt und es ihm genauso ergeht.

Besinnt euch auf eure Gemeinsamkeiten und macht euch bewusst, dass diese Beziehungsphase vollkommen normal ist.

Auch eine On/Off-Beziehung lässt sich mitunter noch kitten! Wichtig ist, dass ihr gemeinsam daran arbeitet.

Wer jedoch diese schwierige Zeit übersteht, hat ein starkes Fundament für die zukünftige Beziehung geschaffen.

Seinen Partner so zu akzeptieren wie er ist und sich gleichzeitig einigermaßen anzupassen, ermöglicht, dass man zusammenwachsen kann.

Dadurch wird aus dem "ich und du" schließlich ein "wir" - die ideale Basis für eine glückliche Beziehung.

#4.Ich, du und wir

Während in der dritten Beziehungsphase der Fokus auf das Zusammenwachsen liegt, steht nun das eigene Persönlichkeitswachstum im Vordergrund.

Du hast gelernt, deinen Partner zu akzeptieren und ihr seid nun zu einem "Wir" zusammengewachsen.

Schwierigkeiten könnt ihr nun gemeinsam bewältigen und auch Probleme, wie beispielsweise 10 neue Beziehungskiller, sind für euch überwindbar.

Ihr habt euch zusammengerauft und seid nun ein eingespieltes Team. Nun ist es an der Zeit, den Fokus auch wieder auf dich selbst und deine Persönlichkeitsentwicklung zu richten.

Denn obwohl ihr ein "Wir" seid, bist du immer noch eine eigenständige Persönlichkeit.

Diese gilt es, zu formen und weiterzuentwickeln.

Du beginnst, mehr Platz für deine eigenen Interessen einzuräumen und diese mit deiner Beziehung in Balance zu bekommen.

Ebenso wird sich dein Partner wieder vermehrt sich selbst und seinen Bedürfnissen widmen. Damit dies funktionieren kann, müssen du und dein Partner sich gegenseitig unterstützen.

Das Schöne hierbei ist, dass ihr in dieser Zeit neue Seiten an euch kennenlernen könnt.

Die eigene Persönlichkeitsentwicklung bringt oft neue Interesse und Sichtweisen mit sich, wodurch sich wiederum neuer Gesprächsstoff und gemeinsame Hobbys entwickeln können.

Bei vielen Paaren wird in dieser Beziehungsphase das Interesse am Partner wieder gesteigert.

Man könnte fast meinen, dass die Liebe neu entflammt wird.

#5.Angekommen in der Beziehung - die wahre Liebe

Beziehung

Wer all die Höhen und Tiefen bewältigen kann, hat es geschafft und ist in der fünften und somit letzten Phase angelangt.

Diese ist mit Abstand schönste und tiefgründigste Phase, bei der sich viele Paare als "angekommen" fühlen.

Du kannst dich deinem Partner so präsentieren, wie du wirklich bist, und akzeptierst deinen Partner genauso wie er dich. 

Die Beziehung zeichnet sich nicht nur durch Liebe, sondern durch eine tiefe Verbundenheit und starkes Vertrauen aus.

Natürlich können auch in dieser Beziehungsphase Probleme auftreten, aber du weißt, dass du diese mit deinem Partner gemeinsam lösen kannst.

Immerhin habt ihr bis jetzt durchgehalten und euch auch all den anderen Schwierigkeiten zusammengestellt. All die vorangegangenen Konflikte haben euch nicht auseinandergebracht, sondern zusammengeschweißt.

Das damit verbundene Gefühl von Sicherheit schafft Vertrauen, das unglaublich wichtig für eine glückliche Beziehung ist.

Während Verlustangst in der Beziehung früher womöglich noch ein Thema war, ist nun Sicherheit und Vertrauen eingekehrt.

Mit dem Wissen, den richtigen Partner an seiner Seite zu haben, können nun gemeinsame Ziele in Angriff genommen werden.

Die Beziehung bekommt dadurch einen tieferen Sinn, wodurch die Bindung wieder verstärkt wird. 

Wer in dieser Phase angekommen ist, kann durchaus von wahrer Liebe sprechen.

Auch die wahre Liebe ist nicht konfliktfrei!

Wie du siehst, ist keine Beziehung völlig konfliktfrei.

Jede Beziehung durchlebt Höhen und Tiefen, denn nur so können Paaren wirklich zusammenwachsen.

Jede einzelne Beziehungsphase bringt eigene Schwierigkeiten mit sich, welche es zu lösen gilt.

Statt die Flinte direkt ins Korn zu werfen, frage dich daher lieber "Wie rette ich meine Beziehung? "

Eine Beziehung ist nun einmal Arbeit, jedoch lohnt sich der Aufwand oftmals. 

Mit dem richtigen Partner an deiner Seite durchlebst du alle Höhen und Tiefen, bis ihr schließlich in der letzten Beziehungsphase angekommen seid. 

Und genau das ist es doch, was wir uns alle wünschen - die wahre Liebe.

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