Beziehung ohne Vertrauen? Wie du Schritt für Schritt das Vertrauen wieder aufbaust

Wenn das Vertrauen in einer Beziehung verloren gegangen ist, liegt dem meist ein schwerwiegender Vorfall zugrunde.

Das kann zum Beispiel ein Seitensprung des Partners sein (der Klassiker) oder das Vertrauen wurde auf andere Art und Weise missbraucht.

Mit dem Vertrauen bricht dann auch eine der wichtigsten Säulen in einer Partnerschaft weg:

Eine Beziehung ohne Vertrauen kann auf die Dauer nicht funktionieren, das schließt sich quasi gegenseitig aus. Doch es ist möglich, dieses wieder aufzubauen ...

Warum Vertrauen für eine Beziehung essenziell ist

Eine Liebesbeziehung ist neben der Eltern-Kind-Beziehung, die intensivste Verbindung, die ein Mensch eingeht.

Beziehung ohne Vetrauen

Damit du dich komplett auf deinen Partner einlassen und dich in seiner Gegenwart fallen lassen kannst, musst du ihm vertrauen können.

Mangelndes Vertrauen führt dazu, dass wir gehemmt sind und keine unbeschwerte Beziehung führen können, in den wir uns frei entfalten können.

Du machst dich deinem Partner gegenüber angreifbar und verletzlich, wie keiner anderen Person gegenüber.

Fehlt das Vertrauen, fehlt auch eine wichtige Säule, die eine Beziehung zwischen zwei Menschen zusammenhält.

Finde dein Beziehungsglück

10 Tipps mit denen du das Feuer neu entfachst und deine aktuelle Beziehung heilst

Du kannst dich der Liebe und Treue deines Partners nicht immer gewiss sein und sie auch nicht ständig überprüfen, du kannst ihm da nur eins: Vertrauen

Außerdem sagt ein vertrauter Umgang mit dem Partner viel über die Beziehung aus.

Es geht um gemeinsame Werte und moralische Vorstellungen und darum, den Aussagen und Versprechungen des Partners eine gewisse Richtigkeit beizumessen.

Stell dir einmal vor, du könntest dir nie sicher sein, ob dein Partner, dass was er sagt, wirklich so meint.

Oftmals setzen wir Vertrauen in einer Beziehung als etwas Selbstverständliches voraus.

Dass es das nicht ist, merken wir erst, wenn es nicht mehr da ist.

Fazit: Eine erfüllende Beziehung ohne Vertrauen ist nicht möglich.

Was kann das Vertrauen in einer Beziehung zerstören? 

Zunächst einmal gilt, keine Beziehung kommt ohne kleine Vertrauensbrüche aus. 

Keiner von uns ist vollkommen aufrichtig, das ist vollkommen natürlich.

Eine Beziehung ohne Vertrauen an sich funktioniert aber nicht. 

Was eine Beziehung enorm belastet sind größere und intensivere Vertrauensbrüche, wie Seitensprünge, mangelnde Ehrlichkeit oder Ignoranz.

Wie lange es dauert, ein zerstörtes Vertrauen wieder zu kitten, ist Typsache.

Bist du ein positiv denkender Mensch, wird dir das vielleicht leichter fallen.

Besonders angenehme Beziehungserfahrungen aus der Vergangenheit (auch Kindheit) tragen zur schnelleren Überwindung bei.

Das heißt nicht, dass du nach einer schlimmen Enttäuschung weniger leidest, aber es gelingt dir besser und schneller, zu dem alten Vertrauensgefühl wieder zurückzukommen.

Bist du im Allgemeinen eher ein misstrauischer Mensch, weil du schon öfters enttäuscht wurdest, wird dir die Überwindung vielleicht nicht so leicht fallen.

Natürlich ist auch der Grund, welcher dich und deine Beziehung erschüttert, individuell zu betrachten.

Für das eine Paar ist eine bewusste Ignoranz in einer wichtigen Situation wesentlich schlimmer als eine Affäre.

Dennoch gibt es nahezu allgemein gültige Vergehen, die das Vertrauensverhältnis in einer Beziehung zerstören können.

Beziehung ohne Vertrauen - das sind mögliche Gründe:

  • mangelnder Respekt vor der Privatsphäre des anderen
  • anvertraute persönliche Dinge werden weiter erzählt
  • Beleidigungen und Beschimpfungen dem Partner gegenüber
  • Versprechen werden nicht eingehalten
  • es wurde fremdgegangen

Die Liste ließe sich noch beliebig erweitern, doch sind das wohl alles Gründe, welche die Meisten einen Vertrauensmissbrauch nennen würden.

Schnüffelt dein Partner in deinen Privatsachen herum, liegt dem meist ein Misstrauen dir gegenüber zugrunde.

Das kann sehr verletzend sein, denn so wichtig es ist, dem Partner vertrauen zu können, so sehr wünschen wir uns auch, dass er uns vertraut.

Auch wenn man in einer Beziehung viel miteinander teilt, gibt es Dinge vom Partner, die tabu sind.

Dazu gehören klassischer weise das Handy, der Computer, soziale Netzwerke, die Geldbörse, Unterlagen, Post oder Tagebücher.

So wie es als unnormal und verboten gilt, die Post deines Nachbarn zu lesen, sollte das auch beim Partner tabu sein.

Eine Beziehung sollte auch immer eine Oase des Vertrauens sein. 

Das gilt auch für das, was du deinem Partner anvertraust. Es ist absolut nicht in Ordnung, wenn sensible Gespräche und persönliche Informationen nach außen getragen werden.

Wenn du dir nicht sicher bist, ob etwas für andere Ohren bestimmt ist, dann erzähle es auch nicht weiter. Es gibt einfach Dinge, die haben außerhalb der Beziehung nichts zu suchen.

Ein No-Go ist es auch, sich über den Partner bei anderen zu beschweren, ohne vorher mit ihm selbst zu reden.

Ständige Versprechungen, die aber nicht eingehalten werden, führen ebenfalls zu einer Beziehung ohne Vertrauen.

Irgendwann ist die Enttäuschung groß und der Wert des Gesagten schwindet dahin. Schwierig wird es vor allem dann, wenn einem wirklich wichtigen Versprechen nicht nachgekommen wird.

Dann entsteht das Gefühl, dem Partner nicht wichtig zu sein.

Ein Seitensprung kann das Vertrauen ebenfalls tief erschüttern, denn er wird auch oft auf die eigene Person projiziert.

Beziehung ohne Vertrauen? Sechs Schritte, die es wieder herstellen kann ...

Natürlich ist es eine Option, die Beziehung nach einem Vertrauensbruch zu beenden.

Das ist dein gutes Recht, vor allem dann, wenn die Verletzung so tief sitzt, dass du dir ein Comeback nicht mehr vorstellen kannst.

Es bringt auch nichts, Vertrauen zu erzwingen. Eine Beziehung ohne Vertrauen wird auf die Dauer nicht funktionieren, also ist es absolut richtig, diese gleich zu beenden.

Doch gerade bei einer Beziehung, die schon viele Jahre besteht, möchtest du vielleicht nicht sofort aufgeben, sondern deinem Partner noch eine zweite Chance geben.

Voraussetzung ist natürlich, dass ihr beide daran arbeitet, euch wieder vertrauen zu können. Auch wenn es komisch klingt, aber nicht nur der Partner, der verletzt wurde, muss lernen wieder zu vertrauen.

Der andere muss dies ebenfalls tun: Er muss "Vertrauen in dein Vertrauen" haben.

Die Angst, dass der Partner einen nicht mehr liebt und vertraut, ist nach einem Fehltritt nicht ungewöhnlich.

Wie du das Vertrauen in deiner Beziehung Stück für Stück wieder aufbauen kannst, erfährst du im Folgenden.

Beziehung ohne Vertrauen - Schritt eins: den Ist zustand akzeptieren

Was auch immer vorgefallen ist, wenn es dich schwer getroffen hast, wirst du damit vermutlich eine Weile hadern.

Beziehung ohne Vertrauen

Doch es ist passiert und du kannst die Situation nicht mehr ändern und das Beste ist, sie "einfach" zu akzeptieren.

Wenn du den Vertrauensbruch nicht annimmst und ihm keinen Platz in deiner Beziehungsvita einräumst, machst du ihn damit nicht ungeschehen.

Möchtest du an eurer Beziehung arbeiten beziehungsweise sie retten, musst du die Ausgangsituation annehmen.

Ansonsten kannst du kaum zielgerichtet an eurem Problem arbeiten.

Hat dein Partner dich betrogen, musst du das so hinnehmen, auch wenn das nicht einfach wird. Damit ist der Grundstein für den Vertrauensaufbau gelegt und allein dadurch wird es dir schon ein Stück besser gehen.

Beziehung ohne Vertrauen - Schritt zwei: Schuldzuweisungen vermeiden

Für das eigene Seelenheil ist es durchaus wichtig, dem anderen mitzuteilen, was er einem angetan hat.

Beziehung ohne Vertrauen

Kennst du das?

Der Partner soll einfach wissen, wie sehr er dich verletzt hat, auch im Hinblick darauf, dass er dies nicht noch einmal tut. 

Mache ihm das deshalb einmal, und zwar sehr deutlich klar. Doch danach muss gut sein.

Du kannst den Vertrauensbruch nicht kitten, wenn du immer wieder alte Wunden aufreißt.

Es bringt euch auch nicht voran, im Gegenteil, es lässt euch immer nur auf der Stelle treten.

Die Folge ist:

Du kannst deine Wunde nicht schließen und dein Partner bekommt nicht das Gefühl, dass du ihm verzeihen kannst. 

So lässt sich kein Vertrauen aufbauen. Versuche Vorwürfe auf ein früheres Verhalten deines Partners zu vermeiden.

Vor allem, wenn wir wütend sind, holen wir solche Altlasten wieder hervor und machen es dadurch nur noch schlimmer. Bleibe im Hier und Jetzt und schließe mit dem, was war ab.

Beziehung ohne Vertrauen - Schritt drei: sich aussprechen

In den meisten Fällen führen verschiedene Probleme zu einem Vertrauensbruch, welche es nun ausfindig zu machen gilt.

Das heißt aber auch, dass du als "verletzter Part" der Beziehung, eigene Fehler eingestehen musst.

Dieser Teil ist besonders schwer, aber es bringt überhaupt nichts, die Fehler nur bei dem Partner zu suchen.

Jeder von euch sollte mitteilen dürfen, was ihm nicht gefällt oder fehlt in der Beziehung. Sprecht dabei von euch, euren Befindlichkeiten und Bedürfnissen und zählt nicht nur auf, was der andere falsch macht.

Sei vor allem ehrlich deinem Partner gegenüber und lasse nichts aus. Nur, wenn du dich ihm öffnest, kann er sein eigenes Verhalten reflektieren.

Beziehung ohne Vertrauen - Schritt vier: Zeit als Paar verbringen

"Die Zeit heilt alle Wunden", diesen Spruch kennen wir alle.

Beziehung ohne Vertrauen

Auch wenn er etwas abgetragen ist, steckt dahinter ein großer Teil Wahrheit.

Gebe dir Zeit, die Verletzung verheilen zu lassen und das zerbrochene Vertrauen wieder zu kitten.

Wenn du einmal an den Beginn deiner Beziehung zurückdenkst, wirst du feststellen, dass du deinem Partner da auch nicht von heute auf morgen zu hundert Prozent vertrauen konntest. 

Das ist Stück für Stück geschehen. Ein Vertrauensaufbau dauert meist ziemlich lange, es reicht aber nur ein Moment aus, um es zu zerstören.

Das ist leider so. Also gebe dir etwas Zeit und erwarte nicht zu viel von dir.

Gemeinsame Erlebnisse und Unternehmungen schweißen wieder zusammen und führen euch in den Paaralltag zurück.

Also verbringt möglichst viel Zeit miteinander.

Dadurch hat dein Partner die Möglichkeit, dir wieder Sicherheit zu vermitteln und dir zu zeigen, dass du ihm vertrauen kannst. Ihr werdet sehen, dass ihr immer ein Stück mehr unbeschwert miteinander umgeht.

Beziehung ohne Vertrauen - Schritt fünf: ein Wiederauftreten des Problems umgehen

Ihr solltet euch überlegen, wie ihr die Situation, die zu dem Vertrauensbruch geführt hat, in Zukunft vermeiden könnt.

Dazu ist es durchaus dein Recht, dem Partner zu sagen, dass ein erneutes Vergehen in dieser Art für dich nicht noch einmal entschuldbar ist.

Liegt eurer Beziehung bereits ein mehrfacher Vertrauensmissbrauch zugrunde, solltest du dir genau überlegen, ob es noch eine Chance für euch gibt.

Du musst nicht übermäßigen Druck aufbauen, aber auch klar deine Grenzen kommunizieren. Des Weiteren solltet ihr das ursächliche Problem im Auge behalten.

War vielleicht zu wenig Zeit die Ursache? 

Dann räumt euch mehr gemeinsame Momente in eurer Beziehung ein.

Das hilft dir auch dabei, schneller Vertrauen zu fassen. Weißt du die Ursache eliminiert, musst du auch weniger Angst haben, dass sie wieder auftritt.

Beziehung ohne Vertrauen - Schritt sechs: die Balance zwischen blindem Vertrauen und Misstrauen finden

Ist das Vertrauen wieder hergestellt, endet die Beziehungsarbeit damit nicht.

Beziehung ohne Vertrauen

Viele Paare verfallen nach der Krise in eine zu extreme Form des Vertrauens:

In übermäßiges Misstrauen oder blindes Vertrauen. 

Hier ist der Mittelweg am besten, bleibe einfach aufmerksam.

Registriere eventuelle Anzeichen für einen erneuten Fehltritt, aber unterstelle deinem Partner nicht bei der kleinsten Gelegenheit sofort unschöne Absichten.

Ebenso wenig sinnvoll ist es, dem Partner blind zu vertrauen und beispielsweise das Thema Seitensprung komplett auszuklammern.

Ein kritisches aber nicht überkritisches Auge schützt dich davor, noch einmal so verletzt zu werden.

Konfrontiere deinen Partner aber nicht gleich beim ersten Anflug eines Verdachts, dass etwas nicht stimmen könnte, mit einem Vorwurf.

Das bedeutet nur unnötigen Stress für eure Beziehung. Stellt es sich als nichts weiter als heiße Luft heraus, war die ganze Aufregung umsonst.

Dein Verdacht sollte schon etwas fundierter sein.

Fazit

Eins ist klar: Eine Beziehung ohne Vertrauen funktioniert nicht und ein Vertrauensbruch ist eine schwere Belastung für den einzelnen Partner und die Beziehung.

Nachdem du dir darüber klar geworden bist, ob eine neue Chance für eure Partnerschaft noch Sinn macht und diese positiv ausgefallen ist, musst du mit deinem Partner an einem Strang ziehen.

Das heißt, beide Partner müssen bereit sein, sich Fehler einzugestehen und das zerbrochene Vertrauen wieder kitten zu wollen.

Ein Alleingang wird in diesem Fall nicht funktionieren. Auch das Ausmaß der Verletzung ist ausschlaggebend.

Ist diese sehr tief gegangen, wird ein Neuanfang schwierig, da Verzeihen einfach nicht möglich ist.

Das gilt es dann zu akzeptieren, auch wenn es schwerfällt.

Können sich jedoch beide Seiten einen Neuanfang vorstellen und ist der Hintergangene bereit zu verzeihen, kann eine Beziehungskrise durchaus auch eine Chance für die Beziehung sein. 

Sie kann dabei helfen, festgefahrene Muster und Eintönigkeit beziehungsweise Routine in der Partnerschaft zu überdenken und anzugehen.

Das heißt natürlich nicht, dass es dafür unbedingt einen schweren Vertrauensbruch braucht.

Aber es ist auch gut, aus noch jeder so schwierigen Situation etwas Positives zu ziehen ...

Fakt ist: Vertrauen ist ein Urbedürfnis, auch in einer Partnerschaft. Eine Beziehung ohne Vertrauen wird auf Dauer nicht bestehen bleiben können

0 Shares
>